Zentrum für Alterstraumatologie in Kiel

Ein Zentrum für Alterstraumatologie betreut ältere unfallverletzte Menschen, die häufig auch an akuten oder chronischen Begleiterkrankungen leiden und verstärkt zu Komplikationen oder Folgeerkrankungen nach Operationen neigen.

Hierzu ist es erforderlich, diese Patientengruppe während des Krankenhausaufenthaltes sowohl unfallchirurgisch als auch geriatrisch (altersmedizinisch) zu versorgen.

Neben Unfallchirurgen und Geriatern besteht das interdisziplinäre Behandlungsteam aus Physiotherapeuten, Masseuren, Ergotherapeuten, Neuropsychologen, Logopäden, Sozialdienstmitarbeitern und speziell ausgebildeten Pflegefachkräften.

Von größter Bedeutung ist eine qualitätsgesicherte, leitlinienkonforme, interdisziplinäre Diagnose- und Versorgungskette. Diese umfasst die frühzeitige Identifikation des geriatrischen Behandlungspotenziales, die operative Therapie und die anschließende geriatrische Behandlung.

Für die Patienten bedeutet dies eine individuell angepasste medizinische und pflegerische Betreuung.

Im April 2018 wurde das Zentrum für Alterstraumatologie in Kiel nach den Kriterien der deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zertifiziert. Für die Erlangung des Zertifikates müssen die am Zentrum für Alterstraumatologie beteiligten Fachabteilungen und Kooperationspartner eine Reihe von strengen Anforderungen erfüllen und kontinuierlich an der Verbesserung von Prozessen und Strukturen arbeiten.

Leistungsspektrum keyboard_arrow_down

Unfallchirurgie und Geriatrie

Patienten des Zentrums für Alterstraumatologie erhalten eine unfallchirurgische und zeitnahe geriatrische Behandlung, deren Ziel es ist, die Selbstständigkeit der Patienten so weit wie möglich zu erhalten und im Idealfall die Rückkehr in die häusliche Umgebung zu ermöglichen.

Es werden Operationstechniken angewandt, die eine frühestmögliche Mobilisation – in der Regel am ersten Tag nach der Operation– ermöglichen.
Zudem wird überprüft, ob altersbedingte Begleiterkrankungen vorliegen.

Chirurgen und Geriater erstellen in einem interdisziplinären Ansatz die individuelle medizinische und therapeutische Behandlung der Patienten.

Therapeutisch-Rehabilitative Pflege

Im Zentrum für Alterstraumatologie sind Gesundheits- und Krankenpfleger/innen sowie Altenpfleger/innen beschäftigt, die zu einem großen Teil auch eine geriatrische Zusatzqualifikation besitzen.

Verfolgt wird eine therapeutisch-aktivierende und rehabilitative Pflege mit dem Ziel, unter Berücksichtigung vorhandener Einschränkungen den älteren kranken Menschen zu größt-möglicher Selbstständigkeit zurückzuführen, den Patienten im (Wieder-) Erlernen alltagsrelevanter Handlungsabläufe zu unterstützen und anzuleiten. Dabei wird der Grundsatz „So viel Hilfe wie nötig – so viel Selbstständigkeit wie möglich“ verfolgt.

Physiotherapie

Die physiotherapeutischen Maßnahmen richten sich nach der Art der Verletzung und der unfallchirurgischen operativen Versorgung.
Ziel ist die Mobilisation des Patienten bereits am ersten postoperativen Tag. Bedarfsweise kommen weitere Therapieangebote – Ergotherapie, Logopädie - zur Anwendung.

Sozialdienst

Der ärztliche Dienst und der Pflegedienst arbeiten eng mit den Mitarbeitern des Sozialdienstes zusammen um ggf. benötigte Unterstützung in der häuslichen Umgebung rechtzeitig – im Idealfall – bereits kurz nach der Aufnahme in das Zentrum für Alterstraumatologie zu organisieren.

Angebote des Sozialdienstes sind unter anderem

• Beratung über Versorgungsmöglichkeiten und Finanzierung bei Pflegebedürftigkeit
• Vermittlung häuslicher Hilfen wie Essen auf Rädern, Hausnotrufsystem
• Kontakte zu ambulanten, teilstationären und stationären Pflegeeinrichtungen

 

Team keyboard_arrow_down

Zentrumsleitung
Frau Dr. Martina Thieves, Chefärztin der Klinik für Geriatrie

Stellvertretung
Frau Dr. Margot Henke, leitende Oberärztin der Klinik für Geriatrie

Zentrumskoordinator
Herr Dirk Hagmann, Oberarzt der Klinik für Geriatrie
dirk.hagmann@krankenhaus-kiel.de

Zentrumsbildende Fachabteilungen und Kooperationspartner keyboard_arrow_down

Das Zentrum lebt von der engen Zusammenarbeit der beteiligten Fachabteilungen. Die Besonderheit dabei ist, dass neben der unfallchirurgischen Abteilung des Städtischen Krankenhauses zwei weitere Krankenhäuser in Kiel mit ihren unfallchirurgischen Abteilungen am Zentrum beteiligt sind: die Lubinus-Stiftung Kiel und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel.

Leiter der Unfallchirurgischen Abteilung Städtisches Krankenhaus Kiel
Herr Dr. Martin Weber
https://www.krankenhaus-kiel.de/kliniken/chirurgische-klinik

Chefarzt der Fachabteilung Unfall- und arthroskopische Chirurgie am Lubinus Clinicum
Herr Dr. med. Tilmann Krackhardt
https://www.lubinus-stiftung.de/alterstraumatologie.html

Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie UKSH Campus Kiel
Herr Prof. Dr. Andreas Seekamp
http://www.uksh.de/unfallchirurgie-kiel

Visiten keyboard_arrow_down

Um die interdisziplinäre ärztliche Kooperation im Zentrum für Alterstraumatologie sicherzustellen und die persönliche Anwesenheit des Geriaters bzw. des Unfallchirurgen während der stationären Versorgung zu gewährleisten, werden gegenseitige Visiten bei den Kooperationspartnern durchgeführt.

Einmal wöchentlich visitiert ein Oberarzt der Geriatrie des Städtischen Krankenhauses Kiel die Zentrums-Patienten in den unfallchirurgischen Abteilungen der Kooperationspartner. Eine weitere geriatrische Visite pro Woche ist bei Bedarf nach telefonischer Rücksprache jederzeit möglich.

Im Städtischen Krankenhaus Kiel wurde eine alterstraumatologische Station eingerichtet, auf der Unfallchirurgen und Geriater unmittelbar zusammenarbeiten. Neben der gemeinsamen wöchentlichen Visite besteht täglich die Möglichkeit zur interdisziplinären Abstimmung über die weitere Behandlung der Patienten.

Chirurgische Visiten der jeweiligen Kooperationspartner in der Klinik für Geriatrie finden zu festen Zeiten einmal pro Woche statt. Weitere konsiliarische Beratungen sind bei Bedarf tele-fonisch oder persönlich jederzeit kurzfristig möglich.

Mortalitäts- und Morbiditätskonferenz keyboard_arrow_down

In regelmäßigen Abständen finden im Zentrum für Alterstraumatologie interdisziplinäre und standortübergreifende Mortalitäts- und Morbiditätskonferenzen statt, in deren Rahmen be-sondere Behandlungsverläufe und unerwünschte Ereignisse systematisch aufgearbeitet werden. Das Ziel ist dabei, gemeinsam Optimierungspotenziale in der medizinischen Versorgung der Zentrums Patienten zu identifizieren und gemeinsam Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten und umzusetzen.

Diese Konferenzen, welche im Rahmen des klinischen Risikomanagements durchgeführt werden, stellen einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung und stetigen Verbesserung der Patientensicherheit dar.