Durchflusszytometrie
Durchflusszytometrische Untersuchungen stellen für die meisten hämatologischen Krankheitsbilder den zweiten Schritt in der Diagnostikkette dar und folgen hier auf die zytomorphologische Beurteilung von Knochenmarkspiraten und Blutausstrichen. Bei der Erstdiagnose einer hämatologischen Erkrankung ermöglicht die Durchflusszytometrie oft die rasche Diagnose: Akute Leukämien können sicher in Akute Lymphatische Leukämien (und deren Subtypen), in Biphänotypische Akute Leukämien und in Akute Myeloische Leukämien unterteilt werden. Außerdem ist es möglich, die Chronische Lymphatische Leukämie der B-Zell-Reihe (CLL) und die Haarzellleukämie von den übrigen Non-Hodgkin-Lymphomen der B-Zell-Reihe abzugrenzen. Für viele weitere Non-Hodgkin-Lymphome (Follikuläre Lymphome, Mantelzelllymphome u. a.) liefert der durchflusszytometrisch bestimmte Immunophänotyp einen wichtigen diagnostischen Baustein.
Wegen ihrer hohen Sensitivität gewinnt die Durchflusszytometrie derzeit Bedeutung bei Staging-Untersuchungen des peripheren Blutes und des Knochenmarkes bei Non-Hodgkin-Lymphomen. Hier kann das Verfahren oft die Präzision des Stagings entscheidend verbessern und so helfen, die Therapieoptionen patientengerecht zu gestalten.
Bei der CLL ist die Durchflusszytometrie inzwischen zu einem international akzeptierten Verfahren zur Bestimmung der Minimalen Resterkrankung geworden – unter anderem aufgrund von Forschungsergebnissen aus unserem Labor.
Im Labor wurden Verfahren zur simultanen Untersuchung von bis zu 8 unterschiedlichen Molekülen auf einer Zelle etabliert (8-Farben-Durchflusszytometrie) und im Rahmen von internationalen Konsortien evaluiert, so dass unser Kieler Labor durchflusszytometrisch die weltweit modernsten Methoden anbietet.
