Internistische Intensivmedizin

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Allgemeines

Schwerstkranke Patienten werden auf unserer Intensivstation im 24-Stunden-Schichtdienst von erfahrenen Intensivmedizinern und einem speziell ausgebildeten Pflegeteam betreut. Pro Jahr behandeln wir über 1000 Patienten, dabei sowohl Akutaufnahmen als auch Notfälle aus den drei Medizinischen Kliniken und der Geriatrischen Abteilung.

Wir verfügen über 14 komplett ausgestattete Intensivtherapieplätze. Es stehen alle erforderlichen Methoden zur Verfügung. Dazu zählen bei der kardiovaskulären Intensivmedizin sogenannte Herzunterstützungssysteme (IABP), Nierenersatztherapie, therapeutische Unterkühlung (Hypothermie) und alle Formen der Atmungsunterstützung. Besondere Erfahrungen bestehen auch in der Behandlung schwerstkranker hämatologisch-onkologischer Patienten. Wir sind damit intensivmedizinische Anbieter der Maximalversorgung.

Dieses Bild zeigt den typischen technischen Aufbau eines Intensiv-Patientenbettes mit den umfangreichen Infusomaten und Perfusoren.

 

Ein Intensivtherapieplatz zeichnet sich dadurch aus, dass Patienten mit einer künstlichen Beatmungsmaschine bei der Atmung unterstützt werden können.

 

Die für den Laien zunächst befremdliche Vielfalt an technischen Unterstützungsmöglichkeiten (hier Hämofiltra­tionsgerät im rechten Bildrand, Beatmungsgerät in der Mitte des Bildes, Hämodynamikmonitor an der Wandleiste sowie Infusionsgestänge von der Decke herabhängend) dient der optimalen Versorgung eines Patienten auf der Intensivstation.

 

Kardiovaskuläre Intensivmedizin

Die Behandlung von Patienten mit akuten Herzinfarkten (STEMI, NSTEMI) mit allen denk­baren Komplikationen wie dem kardiogenen Schock, der Sepsis (Blutvergiftung) oder schweren Herzrhythmusstörungen ist seit ca. 7 Jahren ein Schwerpunkt auf der Intensivstation. Es besteht eine unmittelbare Anbindung an das Herzkatheterlabor, in dem eine 24h-Notfall-Herzkatheterbereitschaft vorgehalten wird. Sowohl die Hypothermiebehandlung nach Reanimation als auch die invasive und die nicht-invasive Beatmung werden bei Bedarf während der Herzkatheterprozedur fortgeführt. 

Zum weiteren Monitoring kardiologischer Intensiv-Patienten wird das Pico-Verfahren eingesetzt, um die Messung der Herzleistung mittels Thermodilution und Pulskonturanalyse zu bestimmen. Neben der transkutanen Schrittmachertherapie bei Patienten mit bradykarden Herzrhythmusstörungen können wir auch die Möglichkeit der transvenösen Einschwemm-Schrittmacher anbieten. Patienten mit akuter Herzinsuffizienz erhalten ebenfalls eine Herz-Kreislauf-Unterstützung mittels der intraaortalen Ballonpulsation (IABP). 

Im unteren Bildanteil erkennt man einen aufgeblasenen Aortenballon. Solch ein Ballon wird über die Leistenarterie in die Hauptschlagader des Patienten eingeführt, etwa in der Höhe des Brustkorbes. Durch eine herzsynchrone Aufdehnung des Ballons (linke obere Ecke) und ein Ablassen des Ballons (rechte obere Ecke) fungiert der Ballon selbst als Pumpe und unterstützt damit den natürlichen Herzschlag. Häufig kann damit die Durchblutung wichtiger Organe beim Patienten aufrechterhalten werden, wenn das Herz z. B. durch einen Herzinfarkt vorübergehend zu schwach dazu ist. Dieses Verfahren heißt intraaortale Ballongegenpulsation (IABP).

 

In der Versorgung von schwerst herzkranken Patienten kooperieren wir sehr eng mit der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein am Campus Kiel unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. J. Cremer. Patienten, bei denen eine weitere kathetergestützte Behandlung nicht mehr möglich ist, können zeitnah direkt in den herzchirurgischen Operationssaal verlegt werden. Dort werden diese Patienten dann chirur­gisch mit Herzunterstützungssystemen oder akuten Bypass- bzw. Klappenoperationen weiter versorgt.

Therapeutische Hypothermie nach Reanimation

Seit ungefähr 10 Jahren hat sich die Erfahrung durchgesetzt, dass Patienten nach Wiederbele­bungsverfahren davon profitieren, wenn sie umgehend durch eine spezielle Behandlung gekühlt werden. 

Es erfolgt dabei eine Herunterkühlung der üblichen Körpertemperatur von etwa 37°C auf 32 bis 34°C. Die Patienten werden bei dieser gekühlten Körpertemperatur über 24 Stunden gehalten und dann langsam erneut über ca. 24 Stunden wieder auf ihre normale Körpertemperatur gewärmt. Durch diese Behandlung war es möglich, den sonst in der Regel schweren Verlauf nach einer Wiederbelebungsmaßnahme für die Patienten zu verbessern. Den Mechanismus der Wirksamkeit erklärt man sich über eine Verlangsamung der Stoffwechselprozesse, die nach einer akuten Wiederbelebungsmaßnahme zu Schädi­gun­gen verschiedenster Organe führen können. In der Praxis wurden früher verschiedene Systeme zur Kühlung des Patienten genutzt wie beispielsweise die Anlage von gekühlten Infusionen, die Oberflächenkühlung mit Eis-Packs und auch das Aufbringen von technisch aufwendigen Kühl-Pads auf der Haut. 

Die Technik der Kühlung mit wasserdurchströmten Kühl-Pads auf der Haut wird bei uns häufig bei Patienten nach Reanimation angewandt. Alle notwendigen therapeutischen und diagnostischen Maßnahmen wie beispielsweise die Koronarangiographie oder Computer­tomo­graphie lassen sich auch unter laufender Behandlung damit problemlos durchführen und werden zeitlich nicht verzögert. 

Beatmungsmedizin

Von ca. 1.100 Patienten, die jährlich auf der Intensivstation betreut werden, wird bei etwa 400 Patienten eine künstliche Beatmungstherapie notwendig. Damit stellt die Beatmungs­medizin mit insgesamt etwa 60.000 Beatmungsstunden einen besonderen Schwerpunkt der Intensivstation dar. Wir behandeln zurzeit mit den modernsten Respiratoren der Firma Draeger (Evita 4, Evita XL sowie Carina), wobei diese Geräte jeweils spezifische Vorteile bei bestimmten Beatmungssituationen bieten, die wir individuell bei den Patienten ausnutzen können. 

Man unterscheidet bei der Beatmungstherapie die sogen. invasive Beatmung, bei der der Patient über einen Schlauch, der in die Luftröhre vorgeführt wird, von der Beatmungs­maschine komplett beatmet wird und damit keine eigene Atemarbeit mehr leisten muss.

Diese Form der Beatmung erfordert eine Sedierung des Patienten mit der Herstellung eines Tiefschlafes . Der Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, dass die Atmung letztendlich unphysiologisch ist und Nebenwirkungen wie beatmungsbedingte Lungenentzündungen auftreten können. 

Die invasive Beatmung ist dadurch charakterisiert, dass ein Beatmungsschlauch (Tubus) in die Luftröhre des Patienten eingebracht wird. Über diesen Schlauch ist der Patient mit verschiedenen weiteren Schläuchen an ein Beatmungssystem angeschlossen, welches künstlich Luft und Sauerstoff zur Lunge führt. 

Diese Problematik versucht man technisch durch die nicht-invasive Beatmung zu lösen. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Beatmungsformen besteht darin, dass bei der nicht-invasiven Beatmung dem Patienten kein Beatmungsschlauch (Tubus) in die Luftröhre gelegt werden muss. Die Beatmung erfolgt entweder über eine helmähnliche Maske (hier Bild mit einem Beatmungshelm zeigen oder einer die Nase und den Mund umschließenden Maske). Die Beatmungsmaschine unterstützt den Patienten in der Form, dass bei geringen Einatemmanövern des Patienten die schwache Eigenatmung des Patienten durch eine kontrollierte unterstützte Luftzufuhr optimiert wird. Die Technik hat den weiteren Vorteil, dass der Patient nicht durchgehend beatmet werden muss, sondern bei Bedarf die Beatmung pausiert werden kann und dann bei Erschöpfung des Patienten wieder begonnen wird. Eine tiefere Sedierung des Patienten ist meist nicht nötig, und der Patient ist durch diesen Zugang auch nicht so stark infektgefährdet. 

Der u. a. Link gibt Ärzten die Möglichkeit, sich in den S3-Leitlinien zur nicht-invasiven Beatmung zu informieren. 

www.aerzteblatt.de/V4/archiv/artikel.asp?id=60515

 

Stets bemühen wir uns, den therapeutischen Willen der uns anvertrauten Patienten zu erfahren. In Grenzsituationen führen wir Familienkonferenzen durch, um medizinisch sinnvolle Wege mit Ihnen gemeinsam festzulegen.

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