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“Feiern ja – Komasaufen nein” – Städtisches Krankenhaus und Stadtmission erwarten höhere Notaufnahmen bei Jugendlichen zur Kieler Woche

In diesem Jahr findet zeitgleich zur Kieler Woche auch die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien statt. Es ist damit zu rechnen, dass sich aufgrund zahlreicher Kieler Woche- und Fanveranstaltungen, die Anzahl der Notaufnahmen von Kindern und Jugendlichen mit einer Alkoholvergiftung erhöht. Anlässlich der Kieler Woche kooperieren Stadtmission und die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Städtischen Krankenhauses verstärkt miteinander, um dem Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren zu begegnen.

Die Zahl der stationären Notfallbehandlungen wegen einer schweren Alkoholvergiftung in dieser Altersgruppe pro Jahr sinkt zwar seit 2009, jedoch entfällt mittlerweile beinahe die Hälfte davon auf den Zeitraum der Kieler Woche. In dieser Zeit wurden in den vergangenen Jahren bis zu vier Teenager in einer Nacht mit einer schweren Alkoholvergiftung in die Kinderklinik des Städtischen Krankenhauses eingeliefert und dort durch Ärzte und Pflegekräfte der Station PA4 medizinisch versorgt. „Es gilt zunächst“,  so Oberarzt Dr. Niko Lorenzen, „die oft tief komatösen Patienten vor lebensbedrohlichen Atempausen, dem Ersticken an Erbrochenem oder einer Unterzuckerung zu bewahren, Unterkühlungen und Verletzungen zu behandeln, sowie die Ängste oder aggressiven Tendenzen der Angehörigen abzufangen.“ Insgesamt ein erheblicher pflegerischer Aufwand.

Auch dieses Jahr stehen sechs geschulte ehrenamtliche MitarbeiterInnen, betreut durch die Suchthilfe Kiel, Beratungs- u. Behandlungsstelle der Stadtmission gGmbH für das Städtische Krankenhaus zur Verfügung. Bestandteil dieses Programms ist die aufsuchende Arbeit von geschulten Mitarbeitern. Ihre Aufgabe ist es, in diesen 10 Tagen von 10:00 Uhr – 12:00 Uhr qualifizierte Beratungsgespräche für alkoholvergiftete Jugendliche und ihren besorgten Eltern in der Klinik anzubieten. Ziel der Gespräche ist es, die Kinder u. Jugendlichen zur Reflexion ihrer Alkoholvergiftung anzuregen und ihre Selbstwirksamkeit und Risikokompetenz im Umgang mit Alkohol zu stärken.

 

 

 

 

 

 

 

 


Foto, von links nach rechts:

Das Team „HALT-Projekt“  –  Finja Emmerich, Dr. Andrea Neusüß, Dr. Niko Lorenzen, Holger Weißling, Emine Ates, Susanne Schneider, Axel Stühlmeyer, Neeltje Menzel